Hans Werner Kuntze

Alle 5 Minuten ein Tor



Fußball aus der Praxis als Ideen-Pool für Jugendtrainer und Spieler


von Hans Werner Kuntze, Ex-Pressechef im NFV des DFB für Osnabrück-Stadt

43 Tore in 7 Kurz-Spielen a 30 Minuten bei einem Turnier mit 40 Mannschaften.
Wir wurden Sieger. Das Halbfinale gewannen wir mit 7:1, das Finale mit 5:2.






Über Fußball kann man geteilter Meinung sein.
Nationaltrainer Sepp Herberger sagte mal als Hinweis auf die Unwägbarkeiten des Spiels: Der Ball ist rund.
Manchmal möchte man aber auch vor Wut in den Ball beißen, wenn etwas nicht gelingen will.
Unser spanisches Podenco-Mädchen Lara findet den Ball jdenfalls zum Anbeißen schön. Rund ist nicht wichtig.


Fußball ist ein einfaches Spiel. Gegen den Ball treten kann man schon, ehe man laufen kann, und bald weiß man auch, dass der Ball ins Viereck muss. Wem das gelingt, der wird dafür sehr gelobt.
Das ist im Grunde auch schon alles, was man eigentlich wissen muss.

Wenn es anfängt, sind da zumeist ein Garagentor und eine zerbeulte Blechdose. Einige Jungs bolzen nur, andere versuchen am Gegenspieler vorbei zu fummeln. Und die Mädchen stellt man ins Tor.
Solange sie noch vor der Garage fummeln oder bolzen dürfen, ist ihre Welt auch noch in Ordnung.

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43:4 Tore erzielte unsere B-Jugend damals im intern. Pokal in Dänemark in 7 x 30 Minten.
43:4 Tote erzielte auch die deutsche National-Mannschaft in der Vorrunde zur WM, aber in 10 x 90 Minuten.
Markwürdig, diese magische Zahl. Weil unsere B-Jugend aber so viele Tore erzielte, versuche ich Trainigsaufgaben zu erklären.

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20. Oktober 2017
Damen-Länderspiel Deutschland – Island 2:3

Dieses Spiel eignet sich als Trainingsaufgabe. Kombination am laufenden Band ohne Zug zum Tor ist sicher der falsche Weg. Der Ball muß vors Tor. Warum nicht auch mal den sogenannten Bauernfußball, wenn der zum Erfolg führen kann. Also üben wir mal sogenannte poppige Tore, weil sich das als Beispiel anbietet und es außer Alexandra Popp ihr keinen Torjäger mit solchen Hecht-Torpedos auf der Welt gibt.

Also nehmen wir die Alex Popp auf halblinks. Und nehmen wir mal Leoni Meyer, die von etwa dreißig bis vierzig Metern von halbrechts hohe Bogenlampen gezielt auf den Punkt reinflankt. Irgendwann fällt dadurch das eine oder andere Tor.

Dann stellt man im 2. Durchgang eine Abwehrspielerin hinzu und übt das noch mal.

Und im 3. Durchgang erschwerend auch mit zwei Abwehrspielerinnen.

Flach reinkommende Flanken sind grundsätzlich verboten, weil dann zu viele Köpfe an den Ball kommen. Es müssen Bogenlampen sein.
Alle paar Minuten eine Bogenlampe, das ist sogar im Spiel möglich. Denn es kann kein Problem sein, eine Spielerin entsprechend in Position zu spielen, die zum Flanken kommt. Deswegen prüft man, ob sich noch andere Spielerinnen dafür eignen.

Natürlich geht der Ball bei dieser Spielweise zumeist verloren. Aber weil das auch beim Kombinationsspiel nach einigen Abspielen passiert, ändert sich am Spielverlauf kaum etwas. Der Spielzug muß aber möglichst mit einem gezielten Torschuß abgeschlossen werden.


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Wenn Spiele verloren werden, gibt es in den meisten Fällen fast immer die gleiche Ursache.
Es wird sehr hoch verteidigt, zumeist in Höhe der Mittellinie, und weil immer wieder Fehlpässe passieren, entstehen schnelle Konter.

Das führt zu der Erkenntnis, daß man unbedingt eine Absicherung nach hinten braucht. Weil Torjäger in vielen Fällen schneller laufen können als Abwehrspieler, braucht man selbst bei einer hoch stehenden Abwehr einen sogenannten letzten Mann, früher war das der Vorstopper.

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Viele Tore
Vieles von dem, was ich hier beschreibe, sehe ich zum Teil mit anderen Augen. Denn von Haus aus bin ich eben Handballer und spielte ab 1948 beim Niedersachsenmeister SV Eintracht Osnabrück (später HSG Neustadt) in der höchsten Spielklasse Niedersachsens.
Der Grund, warum ich nicht Fußball spielte? Damals im Krieg in den 40er Jahren lebte ich einige Jahre in einem Dorf in Thüringen, und da gab es keine Fußballschuhe. Aber Feldhandball auf dem Rasen konnte man auch ohne Schuhe spielen.

Heute gibt es nur noch Hallenhandball.
Aus unserem Verein hier in Osnabrück stammen auch Nationalspieler, wie einst unser Torwart Horst Borcherding, der dann Fußball-Nationaltorwart des Saarlandes wurde; damals war das Saarland noch ein eigener Staat. Und jetzt um 2017 ist da zum Beispiel der National-Handballer Holger Glandorf. Neben seinem Onkel Bernie spielte ich bis 1960.
Das hörte dann auf, weil ich mit 30 Jahren Produzent bei Europas größter Schallplattenfirma, der Bertelsmann-Tochter Ariola wurde.
Beides geht nicht.

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Unsere Fußball-B-Jugend, um die es hier geht, bestand aus Spielern, die man im Großbezirk Osnabrück von anderen Vereinen übernommen hatte. Daß die Mannschaft viele Tore erzielte, hat vermutlich seinen Grund in der Spielweise in Anlehnung an den Gladbacher Konter von früher, und darin, dass man die Torjäger ihrer Vereinsmannschaften übernommen hatte.

Unsere beiden Offensiv-Reihen waren demzufolge mit sechs dribbelstarken Torjägern besetzt.
Jeder dieser Spieler war in der Lage, auf seine Weise Tore zu machen, aber auch Mitspieler in Schußposition zu bringen. Wir haben immer darauf geachtet, dass unsere Spieler eine relativ perfekte Fußhaltung beim Torschuß hatten und haben das auch ganz gezielt trainiert.

Wir haben auch ganz bewußt immer wieder geübt, beim Zuspiel die Hektik zu vermeiden, weil die zu ungenauem Zuspiel führt. Vor allem aber haben unsere Spieler versucht, den jeweiligen Mitspieler so anzuspielen, daß der sich den Ball nicht erst noch erkämpfen oder zurecht legen mußte, sondern sich schon in Schußposition befand.

Abspiel ist keineswegs bei allen Mannschaften üblich, denn Torjäger wollen oft das Tor selbst machen. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Sie übersehen oft, vielfach auch ganz gewollt, wenn ein Mitspieler besser positioniert ist, und vergeben dadurch die mögliche Torsituation.

Wir allerdings konnten unseren Angreifern erklären, daß jeder ja irgendwann zu Torerfolgen kommt und Zuspiel deswegen die bessere Lösung ist, auch deswegen, weil man dann ja auch selbst häufiger angespielt wird. Wenn man in der Lage ist, das der Mannschaft verständlich zu machen, werden auch mehr Toren fallen.

Natürlich gab es bei dieser Spielweise immer auch Ballverluste. Unsere Lösung, den Ball schnell wieder zu erobern, war das Dreieck. Zwei Spieler in der Nähe waren immer zum Eingreifen bereit. Denn die Abwehrspieler brachten den Ball ja nur selten sofort genau unter Kontrolle.

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Zuspieler-Statistik
In Presseberichten wird immer erwähnt, wer die Tore erzielt hat. Und auch im Umfeld der Mannschaft ist das nicht viel anders. In fast allen Fällen aber hat irgendein Spieler das Tor durch gekonntes Zuspiel eingeleitet.

Es gibt Statistiken für Torerfolge einzelner Spieler. Es gibt aber keine Statistiken für Vorlagen.
Es könnte Sinn machen auch Vorlagen-Statistiken anzulegen, denn ziemlich sicher würden sich manche Spieler dann anders verhalten und es würden auch einige Tore mehr fallen.

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Tiki-Taka und Konter
Seit die Spanier einst durch ihr Tiki-Taka dominierten, glaubte man darin die Lösung gefunden zu haben, und viele Mannschaften spielen dann auch so.
Man bekommt den Ball zugespielt, hält ihn an und spielt ihn zum nächsten freien Mitspieler.
Dadurch wird viel Zeit verspielt, aber wenn man nicht angegrffen wird, kann man lange in Ballbesitz bleiben. Aber Ballbesitz erzielt keine Tore.
Irgendwem passiert dann aber doch ein Abspielfehler, und daraus entsteht dann ein schneller und unvorhersehbarer Konter, manchmal auch mit einem Gegentor, weil die Spieler falsch stehen.

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Mach den Bauer
Wenn man durch Kombinationsspiel um den Mittelkreis herum das Spiel nicht aufbauen kann, könnte man schnell mal auf den sogenannten Bauernfußball umschalten, also den Ball einfach hoch nach vorn brettern, oder einen Spieler auf der Außenbahn schicken.

Natürlich kommt der Ball oft einfach auch postwendend zurück, aber der Gegner muss daraus erst mal auch wieder einen Angriff inszenieren.
Wenn der Ball aber zum Angreifer durchkommt, ergibt sich daraus auch manche Torchance.

Wenn man vorn aber zwei oder drei eigene gefährliche Torjäger positioniert, verbreiten die auch einige Angst. Die gegnerische Abwehr kommt nicht umhin dann auch ebensoviele Abwehrspieler dagegen zu setzen.

Hätte man vorn aber sowas wie ein sogenanntes Kopfball-Ungeheuer, müßte der Gegner zumindest einen Spieler zusätzlich in der Abwehr postieren. Dennoch ist ein solcher Spieler nur schwer zu verteidigen, weil er aus vollem Lauf höher springt als die Abwehrspieler, die eher aus dem Stand zum Ball gehen.

Wenn man aber einem Dauerdruck des Gegners ausgesetzt ist, hat der Mannschaftskapitän eine dringende Aufgabe. Er ruft der Mannschaft einfach nur zu „Mach den Bauer“ oder ähnliches, und schon ändert sich das Spiel.

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Unser Ballschlepper-System
Um den Ball schnell und eingermaßen sicher in den Angriff zu bringen, hatten wir auf den Außenbahnen sehr durchsetzungsfähige und schnelle Ballschlepper. Zeitraubendes Mittelfeldspiel wurde dadurch weitgehend vermieden, denn einen Grund dafür gab es nicht, wenn es eine bessere Lösung gab. Unser Spiel war auf schnellen Angriff ausgerichtet wie beim Hallenhandball, dadurch ergaben sich immer wieder Torschußmöglichkeiten.

Unser System war, einen Angriff möglichst immer mit einem Torschuß in Tornähe abzuschließen.
Alibi-Flachschüsse aus größerer Entfernung, die der Torwart lächelnd halten konnte, gab es bei uns nicht. Natürlich haben wir auch besprochen, daß daraus Ballbesitz für den Gegner wurde.

Weil man als Handballer beim Wurf immer noch einen Blick dafür hat, wo der Torwart das Loch gelassen hat, haben wir das beim Training natürlich auch bewußt geübt.

Es wurde erklärt, dass der Torwart nicht fliegen kann, somit nicht in den oberen Bereich der Tores kommt und man lieber hoch schießen soll, auch auf die Gefahr hin, dass der Ball drüber geht, weil der Torwart unten eigentlich fast alles hält.

Natürlich haben wir ganz bewußt ständig perfekte Fußhaltung in jeder Körperposition trainiert, auch im Fallen oder Liegen, und auch die schnelle Links-Rechts-Körpertäuschung geübt, denn das alles verlernt man im Laufe der Zeit. Und damit die Spieler häufig an den Ball kamen, haben wir kleine Trainigsgruppen gebildet. Auch beim Elfer-Üben hat nicht einer geschossen und die anderen haben rumgestanden und zugesehen.

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Einfach nur vorbeilaufen
Das Dribbling ist oft auch mit Ballverlust verbunden. Es gibt auch andere Lösungen, um vorbei zu kommen.
Man spielt den Ball einfach am Gegner vorbei und erläuft ihn sich wieder, weil der Gegner sich ja erst umdrehen muß. Man hat zumeist einige Schritte Vorsprung. Natürlich gilt das nur für sehr schnelle Spieler.

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Der Bongarts-Trick
Der ist vermutlich nicht bekannt. Bongarts ging über die linke Außenbahn und fühte den Ball am rechten Fuß. Wenn er am Gegner vorbei lief, hob er den Ball mit dem linken Fuß einen Halbschritt vorher am Gegner vorbei. Die Grätsche des Gegners auf den rechten Fuß ging dann ins Leere.

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Links spielen und rechts vorbei gehen
Wenn genug Platz dahinter ist, spielt man den Ball links am Gegner vorbei. Um aber einer Grätsche zu entgehen läuft man auf der anderen Seite, also rechts am Gegner vorbei.
Weil der Gegenspieler damit überhaupt nichts anfangen kann und sich in dem Moment sehr unkontrolliert dreht, kann man sich den Ball problemlos wieder erlaufen und hat zumeist einen freien Weg zum kontrollierten ungehinderten Abspiel oder nahe vorm Tor sogar eine Torschuß-Möglichkeit. Ein Trick, den man häufig üben sollte, um ihn da und dort anzuwenden, denn manchmal ist ein einziger gekonnter Trick der Weg zum Sieg.

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Die Bananen-Flanke
Wer vom Kopfball-Ungeheuer spricht, meint Horst Hrubech, und die Bananen-Flanke kam von Manni Kaltz. Einige Jahre war das ein ziemlich sicheres Rezept für Tore. Es kann Sinn machen, danach Ausschau zu halten, weil es ja zwei Seiten gibt, von denen man flanken kann. Diese Flanken sind nur schwer zu verteidigen.

Gleichgültig aber, welches Spielsystem man sich ausgedacht hat. Wenn man dieses System dazwischen schieben kann, wird ein Spiel manchmal blitzschnell gedreht.

Es müssen aber Bogenlampen sein, weil die an einer bestimmten Stelle runter kommen und von nur wenigen Spielern verwendet werden können.
Flach reinkommende Bälle können von vielen Spielern berührt werden, das sollte man wissen. Die gehen in den meisten Fällen in der gegenüberliegenden Seite ins Aus.

Wenn man ein Duo hat, das sich darauf versteht, kann das manchmal Spielentscheidend sein.
Man braucht dazu aber Zuspieler, die sich darauf verstehen und solche Hereingaben auch wollen.


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Aufwärmen
Es stellt sich natürlich immer die Frage: Müssen Fußballer wirklich zehn Runden auf dem Schotter um den Platz laufen, um sich aufzuwärmen? Sie machen das höchst ungern.

Es könnte nützlicher sein, Dreiergruppen zu bilden und das Spiel mit dem Ball zu üben, um einiges an zusätzlichem Ballgefühl und mehr Verständnis für Zusammenspiel im Dreieck zu bekommen und sich dennoch dabei aufzuwärmen. Genügend Bälle haben die Vereine in der heutigen Zeit verfügbar.

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Qualifikation durch Übung
Wer im Leben erfolgreich sein möchte, muss sich dafür anstrengen und immer wieder üben.
Das Sprichwort sagt: Wer rastet, der rostet.

Wenn der Messerwerfer nicht genügend übt und im Zirkus auch nur den Bruchteil einer Sekunde zu früh oder zu spät wirft, braucht er wohl eine neue Dame an der rotierenden Scheibe.

Wenn die junge Bodenturnerin den Ball nur einen Zentimeter zu hoch wirft, kommt der zu spät wieder runter und die Bewegung am Boden ist inzwischen schon zu weit fortgeschritten.

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Der Torwart
Er sollte perfekt fangen können wie ein Handballer. Abprallende Bälle laden zum Abstauben ein.
Es ist auch gar nicht so leicht, einen Torwart zu finden, der fangen kann, denn viele Torwarte fangen mit dem Hansballen und nicht mit den Fingern.
In vielen Fällen wird der Torwart einfach nur angeschossen und kann gar nichts dafür, daß er den Ball hält.
Man sucht Torwarte oft danach aus, wie gut sie fliegen können und bemerkt nicht, daß mansche sich nur fallen lassen wie ein nasser Mehlsack. Der Torwart sollte also einen Hecht machen können wie der Schwimmer, wenn er von Block abspringt, und er sollte auch blitzschnell bis auf den Boden kommen, damit der Ball nicht drunter her kann.
Zudem sollte er Reflexe haben wie ein Handballtorwart.
Außerdem sollte er auch perfekt beidfüßig sein, denn die häufigen Torwartpannen haben zumeist ihren Ursprung darin, dass Torwarte nicht so gut mit dem Ball umgehen können.

Der einknickende Torwart
Es gab mal einen Nationaltorwart, der sich beim Alleingang des Gegners immer auf den Rücken warf und beide Beine ausstreckte. Es dauerte dann auch nicht lange, da wußte das jeder und lupfte den Ball einfach über ihn hinweg.

Man weiß aber aus der Tierwelt, daß manche Tiere bei Gefahr den Schwanz ganz hoch stellen, um viel größer zu wirken als sie sind und abzuschrecken.

Der Handballtorwart kommt aus dem Tor und wird dadurch noch größer, macht zudem beide Arme ganz breit, um noch mächtiger zu wirken. Das Tor wirkt dann wie zugestellt.
Auch manche Fußballtorwarte kommen bei Alleingängen entgehen und machen sich ganz groß.


Wenn ein Torwart aber einen Reflex hat, bei einem Schuß aus kurzer Entfernung einzuknicken, muß man das raustrainieren. Denn genau dieses eine Tor kann auch mal entscheidend sein.

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Rückpässe zum eigenen Torwart
Man weiß eigentlich, daß der Torwart den Ball in vielen Fällen einfach nur nach vorn wegschlägt. Fast immer landet der beim Gegner.
Deswegen bringt man den eigenen Torwart nur ins Spiel, wenn es nicht anders geht.
Es ist gefährlich, den eigenen Torwart wie einen Feldspieler ins Spiel einzubeziehen.

Wenn also der Ball durch den Abschlag des Torwartes ohnehin beim Gegner landet, kann man ihn auch sofort ganz weit nach vorn schlagen. Es entsteht dieselbe Situation.
Um eine solche Situation aber gar nicht erst entstehen zu lassen, sollten die Spieler im Umfeld sich blitzschnell freilaufen, um anspielbar zu sein.
Im Übringen können Rückpässe zum eigenen Torwart auch mißlingen. Es kann duchaus vorkommen, daß der Ball beim gegnerischen Konterspieler ankommt.

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Der 6-Punkte-Fehlpaß
Man glaubt es kaum, aber allein ein Fehlpaß kann einen 6-Punkte-Abstand zunichte machen.
Ein Beispiel:
Gehen wir davon aus, dass ein Spiel um den Titel kurz vor Schluß noch immer 0:0 steht.
Die eigene Mannschaft hat 71 Punkte, der Gegner liegt mit 3 Punkten dahinter und hat 68 Punkte, aber beide Mannschaften haben dasselbe Toverhältnis.

Gewinnt die eigene Mannschaft, hat sie 74 Punkte, der Gegner hat weiterhin 68 Punkte und liegt mit einem 6-Punkte-Abstand deutlich abgeschlagen dahinter.
Gewinnt der Gegner auch nur mit 1:0, bleibt die eigene Mannschaft bei 71 Punkten, der Gegner hat jetzt aber auch 71 Punkte und wird durch das bessere Torverhältnis Meister.
Es sind also wirklich 6 Punkte durch ein einziges Tor, die über den Titel entscheiden können.

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Keine Querpässe
Es gibt eine grundsätzliche Regel. Ballverlust im Mittelfeld ist unbedingt zu vermeiden, weil daraus Tor-Situationen entstehen können, die sich nicht immer unterbinden kassen.
Aus dem Grund sind Querpässe, ob lang oder kurz, strickt verboten. Immer.
Es gibt jederzeit andere Lösungen.

Die Erklärung:
Der Ball ist beim langen Querpaß etwa 2-4 Sekunden unterwegs, und schnelle 11,0-Sprinter laufen in dieser Zeit durchaus etwa 30 Meter. Wenn sie die Situation also erkennen, entstehen daraus manchmal Konter, ein Gegenspieler kommt vielleicht eher an den Ball und sogar manchmal auch zum ungehinderten Torschuß und erzielt mit etwas Glück oder Können auch ein Tor.

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Befreiung bei hohem Druck des Gegners
Wenn die eigene Mannschaft sich unter sehr starkem Druck des Gegners befindet, gibt es einfache Lösungen.
Man spielt den Ball mit einem weiten Schlag hinüber ins Seitenaus, aber weit weg in die Hälfte des Gegners. Das bewirkt häufig Spielberuhigung. Auch wenn der Gegner dort sofort einwerfen kann, hat die eigene Abwehr doch einige Sekunden Zeit sich neu zu formieren, und der Angreifer muß auch erst wieder ins Spiel finden, also auch erst neuen Druck aufbauen, was ja nicht immer gelingt. Manchmal dreht sich das Spiel dann auch total.
Wenn sich aber eine Möglichkeit ergibt, leitet man einen Konter ein durch schnelles Abspiel oder einen weiten Schlag bis kurz vor das gegnerische Tor, aber natürlich nie in den Torraum, weil der Ball dort immer eine Beute des Torwartes ist.
In Nähe der Eckfahne ist in den meisten Fällen kein Gegenspieler, weil die Abwehr ja die Mitte dicht machen will. Von dort aus läßt sich oft Torgefahr aufbauen.

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Mach den Beckenbauer-Steilpass
Pässe von hinten steil in die Spitze kommen nur selten einmal an. In der Regel läuft der Ball dem Mitspieler einfach davon und geht verloren, oder er kommt zum Gegner und kommt postwendend zurück. Oft fallen daraus sogar auch Kontertore.
Solche Zuspiele müssen im Training immer wieder gezielt geübt werden. Der Ball muß auf die vom Gegenspieler abgewandte Seite kommen, aber unterschnitten, damit er beim Aufkommen Rückwärtsdrall hat, also nicht dem Torwart entgegen läuft. Das ist nicht unbedingt hohe Kunst, wenn man es geübt hat. Wenn das gelingt, entsteht daraus oft auch eine Torchance.
Gerd Müller machte daraus einst manchmal sein wichtiges Tor auf Zuspiel von Beckenbauer.

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Die Torausbeute
Es kann eine Trainingsaufgabe sein, dem Torjäger den schnellen Blick für die jeweilige Situation beizubringen und immer wieder zu üben, um Alibi-Torschüsse zu unterbinden.
Die geringe Torausbeute beim Fußball hat auch die Ursache darin, dass Stürmer aus Situationen schießen, die gar nicht zu Toren führen können.

Wenn man bedenkt, daß die Mannschaften oft um dreißig Mal aufs Tor schießen und dennoch nicht eineinziges Mal treffen, könnte das eine wichtige Trainingsaufgabe sein.
Zumindest im Profibereich sollten Spieler in der Lage sein die Aufgabe einigermaßen zu erfüllen, für die sie bezahlt werden. Denn ein Jongleur, der im Circus immer wieder seine Bälle fallen läßt, wird seinen Job bald los sein.

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Ehrlichkeit
Im Kindesalter gab es immer Jungs, die aus Spaß Fuß setzten. Das kann sich im Fußball fortseten. Im Jugendfußball habe ich aber eigentlich nie eingeübte taktische Fouls gesehen, um der eigenen Mannschaft Vorteile zu verschaffen. In der Jugend spielt man eigentlich noch diesen ehrlichen Fußball. Diese Ehrlichkeit sollte man beibehalten.

Man sollte Jugendtrainern also dringend empfehlen, die Kinder auf keinen Fall zur Unehrlichkeit zu erziehen, denn auch taktische Fouls sind Betrug. Wenn ein Gegenspieler durch ist und dadurch eine gefährliche Situation entsteht, hat irgendwer etwas falsch gemacht. Das sollte der Trainer später erklären und wegtrainieren.

Fouls führen zur Gelben Karte, und wer verwarnt worden ist, kann nicht mehr frei aufspielen, weil die Rote Karte droht. Das taktische Foul und die Gelbe Karte schwächt also die Mannsachaft. Auch das sollte man erklären.

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Der falsche Elfer
Wenn ein Spieler zu Fall kommt, ohne Einwirkung des Gegenspielers, und der Schiedsrichter auf Elfmeter entscheidet, müßte der Spieler zum Schiedsrichter gehen dürfen und die Situation klären, ohne dann von der Mannschaft niedergemacht zu werden, auch wenn es um wichtige Punkte geht.

Natürlich wird diese Ehrlichkeit allgemein belächelt und nicht erlaubt, weil es immer um viel geht. Es geht immer um viel. Eigentlich schade, denn das sollte Normalität werden.

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Die Grätsche mit dem falschen Fuß
Eigentlich muss man sich darüber wundern, daß viele Spitzenspieler nie gelernt haben foulfrei zu grätschen. Dabei ist die Logik sehr einfach.
Man grätscht immer mit dem Außenbein, also mit dem vom Gegner abgewandten Bein, nie mit dem Bein direkt am Körper des Gegners, weil man automatisch damit den Gegner trifft.
Das bedeutet natürlich auch, daß der Spieler beidfüßig sein muß.

Daß sogar Spitzenspieler vielfach mit dem falschen Fuß abspielen und dadurch der Ball eine falsche Rotation bekommt, wodurch der Mitspieler oft ein paar Schritte zurücklaufen muß und dadurch vielfach der schnelle Spielfluß unterbunden wird, ist schon erstaunlich und dürfte wohl eine wichtige Trainigsaufgabe schon in Jugendjahren sein.

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Verletzungen
Warum Profifußballer so oft verletzt werden, könnte Anlaß zu einer genaueren Überprüfung sein, zumal es weit härtere Gangarten in anderen Sportarten gibt.

Auffällig ist allerdings, dass man eigentlich kaum einmal davon gehört hat, dass sich Jugendspieler mal ernsthaft verletzt hätten. Und bei diesem Kinder-Gekicke geht es keineswegs zimperlich zu.

Jeder Spieler sollte aber mal darüber nachdenken, was er einem Gegenspieler antut, wenn er ihn verletzt. Denn der kann dann möglicherweise einige Zeit nicht spielen, und er hat über längere Zeit manchmal gro0e Schmerzen.

Es kann aber auch sein, dass dieser Spieler irgendwann sein Mannschafskamerad wird. Man kann ihm im Ort auch mal im Eiskaffee begegnen und miteinander klönen.
Es macht also Sinn, auch mit den Spielern eines anderen Vereines befeundet zu sein. Warum eigentlich nicht, alles ist doch Spiel und zumeist in der nächsten Saison vergessen.

Ohne Gegner geht es nicht
Zum Fußballspiel gehören immer zwei Mannschafen. Käme die gegnerische Mannschafts aber nicht zum Spiel, hätte man keinen Spielpartner und müßte wohl trainieren. Wer will das schon.

Es gibt also einen sehr wichtigen Grund, mit den Spielern des anderen Vereins gut befreudet zu sein. Die Spieler des Siegers könnten die traurigen Verlierer nach dem Spiel auch in die Arme schließen und trösten, weil eigentlich doch alles nur ein Spiel ist, und man könnte sie vielleicht auch zu einem Trost-Eis einladen.

Vielleicht könnte es sich auch im Erwachsenenbereich durchsetzen, daß sich Spieler beider Vereine noch für eine Stunde beim Bier zum Klönschnack zusammenfinden. Irgendwann nach Jahren trifft man sich vielleicht mal und denkt darüber nach, warum man die Zeit damals nicht genutzt hat, Freushaften zu schließen.. Zeit dafür gibt es immer, denn Fußballspiel sollte keine so ernste Sache sein, als daß Freundschaft darunter leiden sollte. Denn alles ist nur Spiel.

Vermtlich käme das bei Spielern sogar gut an, und sowas könnte sich auch auf die Fans der Vereine auswirken, die vielleicht ja sogar Freundschaft miteinander schließen könnten.
Was spricht eigentlich dagegen, daß sich Fanclubs verschiedener Vereine gelegentlich mal zum Bier treffen und ein bißchen klönen. Es gibt immer was zu bereden.
Enfach also mal grundsätzlich umdenken.

Man mag das für Illusion halten, aber wer weiß denn mit Sicherheit, daß es nicht gehen kann.
Nahezu alle Menschen haben den Wunsch nach Freundschaft. Man müßte nur über entsprechende Wege nachdenken und nicht vorab schon alles als unmöglich abtun. Im Sinne des Friedens miteinander könnte man darüber nachdenken.

Das könnte ja sogar auch dazu führen, daß die Vorstände der Vereine manches Kriegsbeil begraben und sich auch mal auf ein Bier treffen. Was spricht eigentlich dagegen, sich mit Menschen zu treffen, auf die man sogar angewiesen ist, um die eigenen Ziele durchzusetzen. Man muß ja nicht unbedingt über Fußball reden.

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Ersatz-Spieler
Unsere Jugend-Mannschaften kamen all die Jahre mit nur einem Ersatzspieler aus.
Das verhinderte den Frust der Spieler. Denn der Spieler auf der Bank spielte wurde in der Regel eingewechselt dank der Rotation.
Wenn es mal Probleme gab, wurde ein Spieler des jüngeren Jahrgangs mitgenommen.

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Spieler möglichst nicht verbiegen
Fußballer haben in fast allen Fällen irgendwelche Eigenheiten, durch die sich sich von anderen abheben und in denen auch gewisse Stärken liegen. Es macht also Sinn, solche Qualitäten nicht raus zu trainieren.

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Die Schiedsrichter
leisten Schwerstarbeit und sind wirklich nicht zu beneiden, denn sie sollen alles sehen, aber nicht nur von der Position, in der sie sich gerade befinden, sondern sie sollen auch erkennen, wie es von einer anderen Position aussehen könnte.
Sie müssen außerdem blitzschnell entscheiden, und sollen alle Situationen richtig deuten.
Es könnte hilfreich sein, wenn das Fernsehen auch darauf manchmal hinweisen würde, denn das würde Emotionn abbauen.

Man sollte Schiedsrichter aber respektieren. Auch wenn sie etwas anders entscheiden als die Spieler meinen, sollte der Spieler das hinnehmen, denn ändern kann er das kaum, und in den meisten Fällen ist eine Entscheidung auch richtig und nicht so wchtig.
Man mag sich ein Beispiel nehmen beim Hockey. Da wird nahezu jede Entscheidung akzeptiert, und kein Spieler käme auf die Idee, dem Schiedsrichter einen Vogel zu zeigen. Sowas ist arrogant und unhöflich. Bei uns hätte sowas sicher dazu geführt, dass der Spieler beim nächsten Spiel zugesehen hätte.
Im Jugendbereich sind die Schiedsrichter damals aber ohne gelbe Karte ausgekommen. Das fällt mir eigentlich erst jetzt auf. Damals haben wir darüber nie nachgedacht.

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Die andere Sicht
Was der Trainer vom Spielfeldrand beobachtet, ist ebenerdig und somit zweidimensional. Man erkennt viele Dinge gar nicht, die da passieren. Am Bildschirm sieht man alles dreidimensional aus halber Höhe und kann vieles wesentlich besser erkennen und beurteilen.

Aus mancherlei Gründen kann es für das Trainerteam somit ratsam sein die Abläufe besser beurteilen zu können, um rechtzeitig einzugreifen.
Deswegen könnte in bedeutenden Spielen ein Analytiker des Trainerteams irgendwo oben auf der Tribüne oder am Bildschirm sitzen und mit dem Co-Trainer da unten in Kontakt stehen, damit der Trainer entsprechende Entscheidungen treffen kann.
Warum im Fußball auf technische Hilfe verzichtet wird, die vorhanden ist und in anderen Sportarten längst eingesetzt wird, ist kaum zu verstehen, zumal es manchmal um viel Geld geht, und sogar um Meistertitel.

Man sollte die Technik aber auch dem Schiedsrichter zur Verfügung stellen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht, denn Fehlbeurteilung kann auch Meisterschaften entscheiden.

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Spieler-Eigensinn
Wer Spiele im Fernsehen verfolgt, erkennt häufig auch Egoismus eines Torjägers und vermißt das Abspiel, das zum Tor hätte führen können.
Es gibt ganz sicher Spieler, die dem Mitspieler das Tor nicht gönnen, weil der dann besser beurteilt würde. Denn genannt wird eigentlich immer der Torschütze, obschon der manchmal das Wenigste für das Tor konnte.
Wenn ein Spieler also schießt, obschon er nicht die geringste Chance hat das Tor zu erzielen, den frei stehenden Mitspieler aber klar sehen kann und den nicht anspielt, sollte der Trainer das im Nachhinein deutlich ansprechen vor versammelter Mannschaft. Denn davon kann auch die Meisterschaft und der Abstieg anhängen.

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Das Zuspiel des Monats
Eine Mannschaft ist immer nur so gut, wie sie Spezialisten auf der jeweiligen Position hat.
Doch schon im Jugendbereich beginnt die Auslese.
Die großen Spieler erhalten naturgemäß den Vorzug, weil sie sich robuster durchsetzen.

Spielmacher, die den sogenannten tötlichen Paß spielen können, bemerkt man zumeist gar nicht.
Die Tor-Situation erkennt man eigentlich immer erst, wenn ein Spieler zum Torschuß kommt.
Das ist wohl eines der Probleme, warum so wenig Tore fallen und es keine klassischen Spielmacher mehr gibt. Man findet sie später nicht, weil sie schon in der Jugendzeit ausgemustert werden.
Wir haben solche Spieler schon im D-Jugendalter im Bezirk gesucht und in die jeweils nächsthöhere Spielklasse mitgenommen So hat unsere Mannschaft nie gegen eine Auswahl verloren in all den Jahren, nicht einmal gegen die Niedersachsenauswahl.
Auch unsere drei Spielmacher der zweiten Reihe waren eher klein, aber ihre Füße gingen auch bis an die Erde.
Die Presse könnte auch mal auf das gekonnte Zuspiel verweisen, denn die meisten Tore haben einen Vorbereiter.
Man könnte sogar noch weiter gehen und mal einen Preis ausloben für die meisten Zuspiele, die zu Toren geführt haben.
Der Paß des Monats!

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Der Verlegenheits-Flachschuss
Wer Spiele im Fernsehen betrachtet, kommt nicht umhin zu bemerken, dass Torjäger auffällig oft aus etwa fünfundzwanzig Metern flach aufs Tor schießen.
Die Bälle kommen dann beim Torwart an wie eine Rückgabe der eigenen Mannschaft.
Dafür sind Torwarte natürlich dankbar, denn solche Schüsse sind so etwas für die große Show.
Das bedeutet aber auch Ballverlust für die eigene Mannschaft.

Warum die Spieler flach schießen, müßte man sie mal fragen. In manchen Fällen bemerkt man aber, dass sie es gar nicht besser können.
Vielleicht kommt der Flachschuss aber auch aus der Erkenntnis, dass man wohl über das Tor schießen kann, nicht aber drunter her. Der Torschuss also könnte eine wichtige Trainingsaufgabe sein.

Die falsche Fußhaltung beim Torschuß ist wohl der maßgebliche Fehler.
In vielen Fällen läuft der Ball dem Spieler aber einfach auch nur weg, wenn er steil angespielt wird.

Doch im Training der F-Jugend lernt man den Ball bei jedem Schritt zwischen den Stangen zu führen, sowohl mit rechts als auch mit links. Das sollte immer wieder geübt werden, auch wenn es den Stars auf den Geist gehen mag und sie das schon lächerlich finden, weil sie glauben darüber erhaben zu sein. Sie können es aber nicht mehr.
Wer gut mit dem Ball umgehen will, könnte das auch für sich trainieren, irgendwo allein zu Hause.

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Der ruhende Ball
Es gibt immer wieder Spiele, die durch einen Elfmeter-Strafstoß oder Freistoß entschieden werden. Deswegen bekommt diese Analyse eine wichtige Bedeutung.

Der Elfmeter ist für den Torwart zumeist kein bedeutender Streß, denn obschon die Mannschaft hofft, dass er den Schuß vielleicht hält, erwartet das im Grunde kaum jemand ernsthaft von ihm.
Der Schütze hingegen geht zumeist gestreßt mit gemischten Gefühlen zum Elfmeterpunkt, denn verschießt er, hat das oft bedeutende Folgen für das Spiel, und er ist der Louser.

Hechtet der Torwart in die Ecke, in die der Schütze schießt, hat er eine reelle Chance den Ball zu halten und wird wie ein Held gefeiert, denn der Torschütze schießt in den meisten Fällen flach unten in eine Ecke.
Deswegen denken sich die Schützen auf dem Weg zum Elfmeterpunkt auch irgendwas aus, aber fast immer kommen dabei nur diese Flachschüsse mit dem Innenrist in eine der beiden Ecken heraus.
Ein solcher Fehlschuß kostete der Deutschen Nationalmannschaft bei der Olympiade 2016 die Goldmedaille.

Der Schlitzohr-Elfer
Das Schlitzohr schießt den Ball in die Mitte des Tores, etwas höher als halbhoch.
Denn in der Mitte ist der Torwart eigentlich nie.

Doch es gibt Torwarte, die hechten nicht mit einem Sprung in eine der Seiten, sondern lassen sich nach einer Seite fallen wie ein nasser Mehrsack. Die haben dann die Füße noch in der Mitte und reißen die manchmal hoch. Ein Flachschuss in die Mitte kann somit gehalten werden.

Wer sich aber entschließt in die Mitte zu schießen, muss sich keine Gedanken darüber machen, in welche Ecke der Torwart fliegt und wo er den Ball erfolgreich unterbringen kann. So einfach kann das sein.

Erfolgreich ist man auch dann, wenn man den Ball wuchtig und etwas höher als halbhoch mit dem Spann in die Standbein-Ecke donnert, weil der Torwart nicht so hoch fliegen kann.
Außerdem muß der Schütze dabei seinen Körper nicht verdrehen.
Allerdings muss man in der Lage sein mit dem Spann gezielt zu schießen.
Spannschüsse muß man somit wirklich immer wieder üben, denn die gehen häufig drüber.

Es gibt aber auch Spieler, die wollen es besonders intelligent machen und oben in die Schußbein-Ecke schießen. Dazu aber muß man seinen Körper aber extrem verdrehen.
Erinnern wir uns.
Bayern München verschoß mal alle fünf Elfer, und die sogenannten Weltklassespieler Lahm und Alonso rutschten deckungsgleich aus und legten sich hin, weil sie oben in die Standbeinecke schießen wollten.
Es macht also durchaus Sinn, Elfmeter bewußt immer wieder zu üben du darüber nachzudenken.

Der Anlauf
Natürlich muss der Anlauf passen. Aber schon während der F-Jugend erklärt der Trainer, dass der Standfuß genau neben dem Ball stehen muss, wenn man schießt. Dann steigt der Ball nur leicht an und schlägt zumeist etwas höher als halbhoch ein.

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Das Guckloch in der Mauer
Beim Freistoß steht der Torwart eigentlich blind hinter der Mauer. Seine Sicht ist verdeckt.
Allein schon aus dem Grund ist das wohl die dümmste Lösung, die man sich denken kann.
Aber sie hat sich im Laufe der Jahrzehnte durchgesetzt, und was standard ist, wird kaum noch hinterfragt.
Weil aber in fast jeder Mannschaft irgendein Torschütze ist, der den Ball einigemaßen genau im Bogen über die Mauer heben kann, kommt der Torwart zumeist spät. Wenn er den Ball sieht, ist der Weg zu weit.

Deswegen kann man über eine andere Lösung nachdenken: Das Guckloch in der Mauer.
Man sollte das mal im Training ausprobieren.
Das geht so:
Mitten in der Abwehr-Mauer läßt man ein Loch von etwa zwei Metern, durch das der Torwart den Ball und den Schützen sehen kann. Der Torwart kann dann den Anlauf und den Torschuss genau verfolgen.
Es ist anzunehmen, dass der gegnerische Torschütze bei dieser Situation sehr ins Grübeln gerät, denn der muss sich ja schnell entscheiden und weiß in dem Moment nicht, was er mit damit anfangen soll. Man kann annehmen, daß er kurzentschlossen mitten durch das Loch in der Mauer schießt.
Aber genau dahinter ist der Torwart und kann die Situation erkennen.

Selbst wenn der Schütze den Ball aber über eine der Mauern hebt, kann der Torwart das sehen. Er hat aber einen kurzen Weg, weil er ja in der Mitte des Tores steht. Es ist also kaum anzunehmen, daß der Ball im Tor untergebracht werden kann.
Warum also nicht mal was Neues ausprobieren und den Gegner verwirren.

Es kann natürlich sein, daß gegnerische Spieler veruschen das Loch zuzumachen, wenn sie Zeit genug haben, den Sinn zu erkennen. Deswegen macht man besser zunächst eine breite Mauer, und erst kurz bevor der Torschütze anläuft, rennen drei Spieler inmitten der Mauer raus, damit der Torwart gute Sicht berkommt. Man merkt aber, daß man soetwas über muß.

Mehrere Spieler beim Freistoß
In fast allen Fällen stehen drei Spieler beim Freistoß hinter dem Ball, um den Gegner im Unklaren zu lassen, wer wohl schießen wird, und mit welchem Fuß.
Ein wirklich merkwürdiger Denkfehler, denn der Torwart erkennt davon nichts, weil ihm die Sicht ja verdeckt ist.

Man könnte Spieler links und rechts ganz weit außen positionieren. Denn damit zieht man zwei Spieler aus der Deckung in der Mitte raus. Wenn die Abwehr diese Spieler aber ungedeckt läßt, würde ein genaues schnelles Zuspiel zu einem dieser Spieler eine völlig unerwartete Situation erzeugen, weil die Abwehr sich dann neu positionieren muß.

Drunter her
In der Regel schießt man beim Freistoß über die Mauer. Weil aber die Spieler in der Mauer oft hoch springen, könnte man auch flach drunter her schießen. Der Torwart kann das ja nicht sehen.

Der Ohne-Mauer-Trick
Nehmen wir an, es gibt einen Freistoß aus ca 25 Metern. Die Abwehr stellt die Mauer auf. Der Freistoß-Schütze überlegt, wie er schießen will und stellt sich zurecht. In dem Moment ruft ein Spieler der Abwehr irgendein Wort, das vorher abgesprochen war, und die Mauer löst sich auf, die Spieler verteilen sich frei im Sechzenmeterraum. Man kann davon ausgehen, daß der Freistoßschütze jetzt ziemlich verwirrt ist, weil die Situation völlig unklar geworden ist.

*

Der Foulspiel-Trick
Weil unser Zehner in den ersten beiden Jugendjahren Torwart war und aus der Turnerabteilung kam, hatte er das Abrollen und schnell wieder aufspringen häufig geübt. Daraus hat sich ein Trick ergeben, durch den er frei zum Schuß kam.
Als er einmal im Strafraum gelegt wurde und zu Boden stürzte, ist er nicht platt liegen geblieben wie eine Flunder, sondern hat sich mit einer Rolle überschlagen und ist nach dem Überschlag sofort wieder aufgesprungen, um zu schießen.
Die Abwehrspieler waren wie versteinert stehen geblieben und warteten auf den Pfiff des Schiedsrichters. Doch ehe der pfeifen konnte, war der Ball schon im Tor.
Wer sowas pefekt beherrscht, macht ein Tor, mit dem niemand rechnet und hat zudem die Lacher auf seiner Seite.

*

Der Alleingang
In fast jedem Spiel gibt es Sitiuationen, in denen ein Spieler durchgebrochen ist und allein mit dem Ball auf das Tor zuläuft. Jeder rechnet dann mit einem Torerfolg.
Der Erfahrung zeigt aber, daß der Torjäger fast immer den Torwart anschießt, oft sogar, wenn der einfach nur stehen bleibt.


Der Torwart weiß aus Erfahrung, dass der Rechtsfüßer versucht an der Schußbeinseite vorbei zu schlenzen oder ihn zu tunneln. Deswegen macht er die Seite auch zu oder hechtet nach dort.

Wenn der Torjäger aber ins lange Eck zu schieben versucht, verläßt sich der Torwart darauf, daß der Ball am Tor vorbei rollt. Denn so ein Innenrist-Schieber hat nun mal den Drall vom Tor weg und dreht sich somit am Pfosten vorbei. Das kann man an jedem Spieltag sehen.

Natürlich kann der Stürmer den Torwart auch umspielen, indem er einen Schuß ins kurze Eck antäuscht und dann an der langen Seite vorbei geht. Das geht eigentlich aber nur, wenn er noch genug Zeit hat und kein Gegenspieler ihn behindern kann, und wenn er wirklich auch beidfüßig ist.

In fast allen Fällen läuft der Torjäger beim Alleingang genau auf den Torwart zu und macht sich selbst das Tor zu. Es geht aber darum, das Tor weiter zu öffnen.
Der Torjäger läuft also ganz gezielt auf den kurzen Pfosten zu. Der Torwart wird jetzt die Schußbeinseite möglichst schließen. Dadurch wird die lange Seite immer größer.
Der Stürmer hat jetzt die Möglichkeit den Ball mit dem Außenrist über den Torwart hinweg zu heben ins lange Eck, denn der rollt dann ziemlich sicher ins Tor.
Er kann den Ball aber auch mit einem wuchtigen Spannschuß im kurzen Eck unterbringen, denn der Torwart weiß ja nicht, was der Stürmer tun


Fast immer nur 1 : 0
Die meisten Spiele enden mit einem 1:0 in 90 Minuten. Und wer dieses eine Tor erzielt, wird oft von aller Welt bewundert und hoch gelobt, auch wenn er dafür manchmal gar nichts kann.

Weil unsere Mannschaft aber 43 Tore erzielte in etwa der Zeit von zwei 90-Mintenspielen und einer Verlängerung, halte ich hier mal fest, was wir trainiert und besprochen haben, und warum unsere jeweiligen Mannschaften viele Tore erzielten.


Der Autor dieses Buches
Ich war Ex-Pressechef im DFB
des NFV Osnabrück-Stadt

Von Haus war ich Handballer und spielte ab 1948 beim Niedersachsenmeister SV Eintracht Osnabrück (später HSG Neustadt) in der höchsten Spielklasse Niedersachsens.
Der Grund, warum ich nicht Fußball spielte? Damals im Krieg in den 40er Jahren lebte ich einige Jahre in einem Dorf in Thüringen, und da gab es keine Fußballschuhe. Aber Feldhandball auf dem Rasen konnte man auch ohne Schuhe spielen.

Heute gibt es nur noch Hallenhandball.
Aus unserem Verein hier in Osnabrück stammen auch Nationalspieler, wie einst unser Torwart Horst Borcherding, der dann Fußball-Nationaltorwart des Saarlandes wurde; damals war das Saarland noch ein eigener Staat. Und jetzt um 2016 ist da zum Beispiel der National-Handballer Holger Glandorf. Neben seinem Onkel Bernie spielte ich bis 1960. Das hörte dann auf, weil ich mit 30 Jahren Schallplattenproduzent der Betelsmann-Töchter Ariola und Koch wurde.
Beides ging nicht.

Später dann begleitete ich meinen Sohn bei den Fußball-Spielen seiner jeweiligen Mannchaft. Denn Jugendmannschaften brauchen neben dem Trainer auch einen Betreuer, dem Kinder auch mal ihre Probleme anvertrauen können, die sie dem Trainer nicht sagen mögen, und der dann auf irgendeine Weise solche Probleme lösen soll.
Unser Sohn war in den beiden ersten Jahren Torwart seiner Mannschaft und wurde von mir trainiert. Er wechselte dann im D-Jugendalter in die Oberliga des Bezirks und trug seitdem die 10 als Spielmacher.
Er wurde 9 Mal mit der Mannschaft, in der er spielte, Meister der jeweils höchsten Jugend-Spielklasse.


Eine der wichtigsten Übungen
Man mag noch so viele Übungen für wichtig halten, die wichtigste bleibt wohl, sich freizuspielen, sich durchzusetzen.
Beim Versuch, den Gegner zu umfummeln, kann man auchhängen beiben. Das allerdings kann dann auch nach hinten los gehen, weil der Ballverlust einen schnellen Konter einleiten kann, der in vielen Fällen zum Gegentor führt, und schon muß man zwei Tore erzielen, um wieder auf die Siegerstraße zu gelangen, immer mit dem Risiko, daß man die Abwehr öffnen muß, um Überzahlspiel zu erzielen.


Vorbei wie der Blitz
Ein Trick, um am Gegner vorbei zu kommen, geht so:
Der Stürmer hat den Ball am Fuß und steht vor dem Abwehrspieler, der einige Meter entfernt auf irgendeine Maßnahme des Angreifers wartet. Nichts bewegt sich also. Urplötzlich wie ein Hundertmeter-Sprinter, der aus dem Startblock hochschnellt, rennt der Angreifer los. Innerhalb von zwei Sekunden hat der schon zwei bis drei Meter hinter sich gebracht, ehe der Abwehrspieler überhaupt reagiert und hinterher rennt.
Die Situation ist schon nach wenigen Schritten geklärt, und der Angreifer hat in den meisten Fällen freie Bahn für weitere Maßnahmen.
Es geht dabei allein um die Startqualitäten des Angreifers. Und genau die gilt es zu üben, immer und immer wieder. Natürlich muß der Körper vorher erwärmt sein. Diese Übung gehört also auf keinen Fall an den Anfang des Trainingstages, um die Muskulatur nicht zu überlasten.


Die Hackentrick-Vorlage
Beim Fußballspiel wird der Ball in der Regel vor sich her geführt, auf irgendeine Weise. Deswegen ist alles, was man andes macht, eingermaßen überraschend.

Stellen wir uns mal eine andere Spiel-Situation vor.
Der Zehner treibt den Ball über halblinks auf den Strafraum zu und zieht nach innen in Richtung . Vor sich hat er den Abwehrspieler, der das Abspiel oder die Flanke verhindern will. Die gesamte Abwehr ist auf diese Situation eingestellt und hat ihre jeweiliegen Angreifer im Blick.

In dem Moment rennt einige Meter weiter links vom Zehner der Außenstürmer in eine freie Position auf die Torauslinie zu. Die Abwehr beachtet diesen Spieler nicht sonderlich, denn der Zehner kann den Mitspieler aus dem Vorwärts-Lauf heraus ja nicht anspielen.

Doch dann passiert etwas Unerwartetes. Der Zehner spielt den Ball mit der Fußsohle nach hinten in Form eines Hackentricks zum Linksaußen hinter sich, denn der ist vollkommen frei und hat jetzt die Entscheidung, irgendeinen Mitspieler in Position zu spielen oder zu flanken, was immer angebracht erscheint. Wenn mehrere Angreifer dann freie Schußpositionen eingenommen haben, fällt in vielen Fällen daraus auch ein Tor.
Das Merkwürdige daran ist: Diesen Trick kann eine Kontermannschaft mehrfach wiederholen. Selbst die besten Spitzenmannschaften der Welt fallen darauf mehrmals nacheinander herein. Es kann also durchaus Sinn machen, diesen Trick einzuüben.


Durch die Mitte geht es nicht
Es gibt Mannschaften, die auf ein 0:0 aus sind und einen Abwehrriegel aufbauen.
Durch zehn Abwehrspieler im Strafraum ist alles zugestellt, man kann noch so gut kombinieren, man kommt mit Spiel durch die Mitte kaum einmal durch, irgendein Fuß ist immer dazwischen.

Die Lösung ist eher, über die Außen hinter die Abwehr zu kommen.
Dazu braucht man Spieler auf den Außenpostionen, die sehr dribbelstark und trickreich sind und die, statt reinzuflanken, den Gegenspieler ausspielen können, an der Torauslinie entlanglaufen und dann gezielt, weich und flach den Ball einem in gute Position gelaufenen Mitspieler zum Torschuß vorlegen.

Um sich einen Meter Platz zum Zuspiel zu verschaffen hilft manchmal dieser Trick:
Man täuscht zur Flanke an, weil der Abwehrspieler dann ein Bein langgestreckt davor stellt.
Genau in dem Moment geht man mit dem Ball hinter ihm durch, denn der Abwehspieler braucht Zeit, um sein Bein wieder zurück zu ziehen und sich zu drehen.

Die Spieler in der Abwehr stellt man dadurch außerdem auf eine Selbsttor-Position.




Wer schneller laufen kann
Wer dem Ggner weglaufen kann, hat auch mehr Torchancen.
Wenn man bedenkt, dass auch Welt-Spitzenmannschaften häufig ohne Torerfolg vom Platz gehen und das schöne Kombinationsspiel oftmals zu nichts führt, könnte man auf den Gedanken kommen, unter den Leichtathleten der Gegend einen 10,5-Sprinter zu suchen und in die Mannschaft mit einzubinden. Der liefe seinen Gegnern mehrmals davon, und weil die meisten Mannschaften ohnehin nur ein Tor erzielen, könnte es auch sein, daß er mal den Ball im Tor unterbringt, denn das kann fast jeder, wenn er dabei nicht gestört wird und sich nicht zu kompliziert anstellt. Tempo ist also von Vorteil.

Unser Rechtsaußen Jens war ein solcher Sprinter, aber er besaß zudem hohe technische Fähigkeiten.
Er umdribbelte seine Gegner aber nicht, sondern spielte den Ball einfach dran vorbei und lief seinem Gegner dann davon. Zudem konnte er mit dem Spann diese typischen Podolsky-Granaten loslassen.
In einem Spiel um die Hallenmeisterschaft schoß er mal in 20 Minuten sieben Tore.


Spiel-Systeme
Darüber wird immer geredet, aber was ist das wirklich? Im Grunde geht es beim Fußball nur darum, den Ball häufiger ins Tor zu bringen als der Gegner. Auf welche Weise das geschieht, ist eigentlich egal. Das System kann eigentlich nur sein, dass Stürmer in der Lage sind sich auf irgendeine Weise durchzusetzn und zum Torschuß kommen.
Weil Fußball aber ein Mannschaftsspiel ist, entsteht weitgehend daraus ein Kombinationsspiel mit dem Versuch, Torschuß-Möglichkeiten zu erspielen. Dabei allerdings geht der Ball fast immer verloren.

Sehen wir uns mal Handball an.
Bei 60 Minuten Hallenhandball geht es darum, möglichst innerhalb weniger Sekunden zum Torwurf zu kommen. Eigentlich alle Spieler sind sowohl Tonjäger als auch Abwehrspieler. Es geht dabei auch mehr um die Durchsetzungskraft der Spieler.
Als Torschütze sucht man sich die Stelle des Tores aus, wo man den Ball vielleicht unterbringen kann.
Am Schluß steht es so um die 30:30. Mittelfeldspiel gibt es in dem kleinen Spielfeld nicht.
Aber allein ein Tor kann die Bemühungen eines ganzen Jahres völlig auf den Kopf stellen.


Der 6-Punkte-Fehlpaß
Man glaubt es kaum. Allein ein Fehlpaß kann im Fußball einen 6-Punkte-Vorsprung zunichte machen und damit auch über den Meistertitel entscheiden.
Ein Beispiel:
Gehen wir davon aus, dass ein Spiel um den Titel kurz vor Schluß noch immer 0:0 steht.
Die eigene Mannschaft hat 71 Punkte, der Gegner liegt mit 3 Punkten dahinter und hat 68 Punkte, aber beide Mannschaften haben dasselbe Toverhältnis.

Gewinnt die eigene Mannschaft, wird aus den 71 Punkten ein 74 Punkte Vorsprung. Der Gegner hat weiterhin 68 Punkte und liegt mit einem 6-Punkte-Abstand dutlich abgeschlagen dahinter.

Gewinnt der Gegner auch nur mit 1:0, bleibt die eigene Mannschaft bei 71 Punkten, der Gegner hat jetzt aber auch 71 Punkte und ein Tor mehr, wird durch das bessere Torverhältnis also Meister.
Es sind also wirklich 6 Punkte durch ein einziges Tor, die über den Titel entscheiden können.

„Hach, du richst heute aber wieder mal gut! Aber riech mal mein Pfote“

Man kann sich nicht riechen
Wohl jeder kennt diesen Spruch. Und wenn man Fußballspiele so mit ansieht, hat man oft das Gefühl, als wären da Feinde auf dem Platz, so wie man das Hund und Katze nachsagt.

Das allerdings stimmt bei Tieren nicht immer.
Es hat auch was zu dem Wedeln des Schwanzes zu tun. Der Hund wedelt, weil er sich freut, die Katze macht diese Fragezeichen mit dem Schwanz, weil sie nachdenkt und in Jagdposition ist.
Wer aber einmal miterlebt hat, wenn Hund und Katze miteinander aufwachsen von klein auf, stellt mit Erstaunen fest, wie eng die befreundet sein können, und daß die Welt ganz anders sein könnte.

Unsere Hündin Tyra machte sogar einmal ihr Hundebettchen frei, damit die Katze darin ihre Babys zur Welt bringen konnte, und sie bewachte das Nest sogar. Kein Fremder durfte den Kleinen zu nahe kommen.
Manchmal wüßte man gern, was Tiere so denken. Ja, man möchte eigentlich sogar gern die Hundesprache verstehen.

Wer Hund und Katze so beobachtet, könnte meinen:
Ein Hund denkt:
Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich! . . . Sie müssen Götter sein.
Eine Katze denkt:
Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich! . . . Ich muss ein Gott sein.


Befreundet sein.
Es ist kein Geheimnis. In jeder Familie ein Hund und eine Katze, und es gibt keine Kriege mehr.

Ohne Spielpartner geht es nicht. Zum Fußballspiel gehören immer zwei Mannschaften.
Käme die Partner-Mannschafts aber nicht zum Spiel, müßte mal wohl trainieren. Wer will das schon.

Es gibt also einen sehr wichtigen Grund, mit den Spielern des anderen Vereins gut befreudet zu sein. Die Spieler des Siegers könnten die traurigen Verlierer nach dem Spiel auch in die Arme schließen und trösten, weil eigentlich doch alles nur ein Spiel ist, und man könnte sie vielleicht auch zu einem Trost-Eis einladen. Denn nach einigen Tagen ist alles nicht mehr so wichtig, und es gibt es neues Spiel.

Vielleicht könnte sich auch im Erwachsenenbereich des Fußballs durchsetzen, daß sich Spieler beider Vereine nach dem Spiel noch für eine Stunde beim Bier zum Klönschnack zusammenfinden.
Irgendwann nach Jahren trifft man sich vielleicht mal wieder und denkt darüber nach, warum man die Zeit damals nicht genutzt hat, Freudschaften zu schließen. Zeit dafür gibt es immer, denn Fußballspiel sollte keine so ernste Sache sein, als daß Freundschaft darunter leiden sollte. Denn alles ist nur Spiel und irgendwann nicht mehr so wichtig. Vermtlich käme das bei Spielern sogar gut an.

Und wenn man es recht bedenkt, könnte sich sowas auch auf die Fans der Vereine auswirken, die vielleicht sogar Freundschaft miteinander knüpfen könnten.
Was spricht eigentlich dagegen, daß sich Fanclubs verschiedener Vereine gelegentlich mal zum Bier treffen und ein bißchen klönen. Es gibt immer was zu bereden. Viele Menschen wissen gar nicht, worauf sie im Leben verzichten und was ihnen Freude machen könnte. Denn am Ende des Lebens war das alles unwichtig nd nur noch Erinnerung.
Enfach also mal grundsätzlich umdenken.

Man mag das für Illusion halten und auch belächeln, aber wer weiß denn mit Sicherheit, daß es nicht gehen kann.
Nahezu alle Menschen haben den Wunsch nach Freundschaft.
Man müßte nur über entsprechende Wege nachdenken und nicht vorab schon alles als unmöglich abtun. Im Sinne des Friedens miteinander könnte man darüber nachdenken.

Das könnte ja sogar auch dazu führen, daß die Vorstände der Vereine manches Kriegsbeil begraben und sich auch mal auf ein Bier treffen. Was spricht eigentlich dagegen, sich mit Menschen zu treffen, auf die man sogar angewiesen ist, um die eigenen Ziele durchzusetzen. Man muß ja nicht unbedingt über Fußball reden.


Bessere Fußhaltung
Man ist technisch nie gut genug, und wichtig ist auch das Üben der Fußhaltung.
Wenn eine Mannschaft etwa dreißig Mal aufs Tor schießt und dennoch nicht trifft, trägt fast immer falsche Fußhaltung daran Schuld. Trainer begründen Niederlagen oft so: „Wir sind noch nicht soweit und brauchen noch ein paar Tage“, aber richtige Fußhaltung hat man, oder man hat sie nicht. Das hat nichts mit ein paar Tagen mehr an Vorbereitung zu tun.

Fußhaltungs-Raum
Der Verein baut einen Raum, so um 6-8 Meter breit, mit einem Tor-Rahmen an der Wand, etwa so groß wie ein Handballtor, und in die Mitte stellt man den Torwart. Vielleicht zwei Spieler schießen aus jeder sich anbietenden Situation auf Tor, und nach einiger Zeit findet man auch heraus, dass man den Torwart manchmal überlisten muß, und man sucht sich die Stelle aus, die der Torwart nicht erreichen kann. Man schießt aus jeder Lage, mit links und rechts, und wird dadurch auch besser mit den Fuß. Das hat zur Folge, dass diese Spieler dann auch im Spiel so handen und nicht nur blind draufhämmern.


Viele Tore
Daß unsere Mannschaft viele Tore erzielte, hat vermutlich seinen Grund in der Spielweise.

Unsere Angreifer waren nicht fest an ihre Positionen gebunden, sondern wechselten die je nach Situation. Sie trafen dadureh immer wieder auf andere Abwehrspieler. Diese Spieler konnten sich dadurch nie auf einen Angreifer einstellen und wurden vielfach überspielt, weil jeder der Angreifer eine andere Spielweise hatte.

Es waren wohl weitgehend die wechselnden Laufwege, die sich daraus ergaben und schwer zu verteidigen waren, denn Abwehr im Fußball spielt Raumdeckung, und in jeder Zehntelsekunde ändert sich die Position aller Angreifer zu den Abwehrspielern, wenn die sich bewegen und nicht nur stehen. Es sind also die richtigen Laufwege, denn dadurch entstanden in Bruchteilen von Sekunden neue Anspiel- und Torschußpositionen.

Schon bei der Zusammenstellung der vorderen beiden Dreiereihen haben wir darauf geachtet, dass die Spieler eine gute Fußhaltung beim Torschuß hatten und auch paßgenau vorlegen konnten.
Es ging uns nicht darum, daß unsere Spieler wuchtige Granaten loslassen konnten, sondern daß sie erkannten, wo man den Ball im Tor unterbringen kann, und daß das dann auch gelangt.

So banal diese Logik auch klingen mag: Die Statistik zeigt, daß die hochklassigen Fußballspieler mehr als dreißig Mal auf Tor schießen, um ein Tor zu erzielen.
Beim Handball kann allein schon ein Fehlschuß die Niederlage bedeuten, deswegen war unsere Spielersuche sehr speziell.

Wir haben ganz bewußt immer wieder geübt, beim Zuspiel die Hektik zu vermeiden, weil die zu ungenauem Zuspiel führt. Unsere Spieler haben also versucht den j



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